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Histamin

Histamin ist ein Hormon, das von unseren Abwehrzellen bei sofortallergischen Reaktionen und zeitverzögert ablaufenden Immunreaktionen (z.B. gegen Nahrungsmittel) und Entzündungen ausgeschüttet werden kann (Selbstproduktion). Aber auch etliche Nahrungsmittel sind histaminhaltig. Überschüssiges Histamin wird beim Gesunden durch ein spezielles Enzym – die Diaminoxidase, kurz DAO – abgebaut. Wird zu viel Histamin zugeführt und/oder bestehen Abbaustörungen durch DAO-Enzymschwäche, können verschiedene vielfältige Symptome auftreten.

 

Mögliche Beschwerden und Erkrankungen

Histamin erweitert nicht nur die kleinen Blutgefäße, damit die größeren Abwehrzellen durch die Blutgefäßwände wandern können, es sorgt auch für einen Flüssigkeitsaustritt aus den Blutgefäßen in das Gewebe. Dies verursacht eine Schwellung und Druck auf die Nerven dieses Gebiets, wodurch z.B. Migräne, schmerzhafte Muskelverhärtungen im Hals-, Nacken- und Wirbelsäulen-, Oberschenkel- und Adduktorenbereich entstehen können. Durch eine ablaufende Entzündungsreaktion können aber auch phasenweise Gelenk- und Nervenschmerzen (Rheuma, Ischias, Hexenschuss, Trigeminusneuralgie) entstehen. Zu hohe Histaminspiegel (durch Eigenproduktion oder Nahrungsaufnahme) können nach Dr. Heinrich Kremer eine Vielzahl von Krankheiten begünstigen, wie z.B.:

 

  • Erkrankungen im Kopfbereich: Halbseitenkopfschmerz (Migräne), Stirnkopfschmerz, Spannungskopfschmerz, wiederkehrende Mittelohrentzündung.

  • Erkrankungen der Atmungsorgane: Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), chronischer Schnupfen (Rhinitis), Heuschnupfen (Polinosis), Erkältungsanfälligkeit, chronische Bronchitis, Asthma bronchiale.
  • Erkrankungen des Verdauungstrakts: Magenschleimhautentzündung (Gastritis), -Magenschleimhautreizung, Dünn- und Dickdarmentzündung (Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa), Durchfall (Diarrhoe), Verstopfung (Obstipation), Darmkrämpfe mit Stuhlunregelmäßigkeiten (Colon irritabile), Blähungen (Meteorismus)
  • Erkrankungen des Herzkreislaufsystems: Störungen des Herzrhythmus (Tachykardie, Arrhythmie), Bluthochdruck (Hypertonie funktionelle, arterielle), zu niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Schwellungen im Augenbereich, der Finger, Füße und Knöchel (Ödeme)
  • Erschöpfungszustände (Chronic fatigue syndrom), Gefäßkrämpfe, Gefäßerschlaffung (Morbus Raynand)
  • Erkrankungen der Haut: Hautausschläge juckend, schuppend, nässend oder trocken (Neurodermitis, oft schlechter in der Nacht oder durch Bett- und Zimmerwärme)
  • Erkrankungen des Abwehrsystems: Abwehrschwäche, wiederkehrende Infekte
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats: Gelenkschmerzen unklarer Herkunft („Rheuma”), Muskelschmerzen (Weichteilrheuma, Fibromyalgie, Myogelosen), Gelenkentzündungen (Polyarthritis), chron. Rückenschmerz im Lendenbereich (Lumbago, Ischialgie)
  • Allergische Erkrankungen: Heuschnupfen (Polinosis), Asthma, Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Sonnenallergie

 

 

Wirkung von Histamin auf unseren Körper

  • Erhöhung der Herzfrequenz (Herzklopfen, phasenweise Herzrhythmusstörungen)
  • Anspannung der großen Blutgefäße bis hin zum Bluthochdruck
  • Erhöhung der Magensäurebildung, was zu chronischen Magenschleimhautentzündungen führen kann
  • Anspannung/Verkrampfung der Muskulatur im Darm-Trakt, Colon irritabile genannt
  • Anspannung/Verkrampfung der Bronchialmuskulatur bis hin zu Asthma
  • Histamin kann Juckreiz verursachen. Bei vielen juckenden Hautausschlägen spielt eine gesteigerte lokale Histaminausschüttung eine Rolle. Dazu gehört z.B. auch Neurodermitis

 

Histamin kann die Ausschüttung von Adrenalin erhöhen. Adrenalin ist ein Hormon, das zu Aggressionsverhalten und Unruhezuständen führen kann. In diese Rubrik gehören Nervosität, Angst- und Panikattacken, „Zappelphilippsyndrom“, also das nervöse Kind, das sich nicht konzentrieren kann, der Unruheherd in der Klasse, der nicht stillsitzen kann, das HB-Männchen, der Hektiker, der nicht zur Ruhe findet.

Histamin in Nahrungsmitteln

Histamin kann in folgenden Nahrungsmitteln vermehrt vorhanden sein:

  • Dosenwurst und Dosenfisch
  • Lange gereifter Käse
  • Verschiedene Alkoholika (z.B. Rotwein, Bier, Sekt)
  • Obst und Gemüse wie Zitrusfrüchte, Kiwi, Erdbeere, Sauerkraut, Aubergine
  • Essig
  • Backhefe, Sauerteig, und Backferment (letzteres weniger, wenn es hefefrei ist)
  • Nüsse (vor allem zu lange gelagerte Nüsse), diese können zudem Schwarzschimmelpilz belastet ein, was wiederum zu allergischen Reaktionen führen kann.

 

Auch Lebensmittelfarbstoffe, Konservierungsstoffe und Medikamente können zur Histaminfreisetzung bzw. Schwächung des Histaminabbaus führen. Bei den Medikamenten sind häufig Narkosemittel, Opiate ( z.B. Morphium) aber auch freiverkäufliche Schmerz- und Rheumamittel sowie Röntgenkontrasmittel für überschießende und oft lebensgefährliche Zwischenfälle verantwortlich.

Sogar bei Operationen und Unfällen wird Histamin aus dem verletzten Gewebe freigegeben. Dies kann gefährliche allergieähnliche Komplikationen auslösen.

Die in der nachfolgenden Tabelle aufgelisteten Lebensmittel und Medikamente sind z.T. stark histaminhaltig bzw. verhindern den Abbau von Histamin. Sie sollten daher auf jeden Fall bei DAO-Mangel und Histamin-Überempfindlichkeit (z.B. Allergiker, Asthma- und Migränepatienten) gemieden werden:

 

Histamintabelle - Nahrungsmittel und Medikamente

Histaminhaltige Nahrungsmittel

Medikamente, die zur Histaminfreisetzung führen können
(Histaminliberatoren)

Medikamente, die den
Abbau von Histamin
langfristig hemmen

Nüsse

Opiate

ACC

Tomaten, Avocados, Auberginen

Röntgenkontrastmittel

Ambroxol

Trockenfrüchte

Narkosemittel

Verapamil

Käse (insb. alter Käse)

Diclofenac

Chloroquin

Schokolade

ASS (Aspirin®)

Furosemid

(verdorbener) Fisch

Naproxen

Cimetidin

Trockenfrüchte (Schimmelpilze)

Indometacin

MCP

Kakao

Ketoprofen

Diazepam

Wurst (insb. Salami)

 

Dopamin

Roher Schinken

 

Haloperidol

Innereien

 

Metamizol

Rotwein

 

Aminophyllin

Weißwein (weniger als Rotwein)

 

Isoniazid

Bier

 

Propafenon

Kaffee (säurehaltig)

 

Clavulansäure

Sauerkraut

 

 

Essig (bevorzugt Zitronensaft)

 

 

Senf

 

 

Hefe

 

 

 

Untersuchungen

Bei den sofortallergischen Reaktionen, die unmittelbar nach Kontakt der eigenen Abwehrzellen mit einem Fremdeiweiß auftreten, werden Immunglobuline der Substanzklasse E ausgeschüttet mit nachfolgender Histaminfreisetzung. Bei den zeitverzögerten Immunreaktionen, die nach 4 bis 72 Stunden zu einer Abwehrreaktion führen, werden Immunglobuline der Substanzklasse G ausgeschüttet. Beiden Immunreaktionen gemeinsam ist die vermehrte Histaminfreisetzung mit den oben besprochenen Symptomatiken.

Sowohl Histamin als auch DAO können im Blut und Urin bestimmt werden. Bei zu hohen Histaminwerten oder Diaminoxydasemangel kann es sinnvoll sein, z.B. die Nahrungsmittel, die eine sofortallergische oder zeitverzögerte Immunreaktionen verursachen, für eine gewisse Zeit aus dem Speiseplan zu eliminieren.